Mein Turmfalke lebt nicht mehr!

Ich wünschte mir einen Raubvogel.

Einen Raubvogel, der bei mir im Garten sein Nest bezieht, am unteren Rand des Gartens, bei der alten Holzhütte.

Einen Uhu, einen großen, habe ich mir vorgestellt.

Und dann gab es eines Tages täglich die Kacke, direkt vor meiner Haustür.

Tauben, meine erste Befürchtung. Eh nett, aber!

 

Und dann sah ich ihn beim Landeanflug am Dachgiebel über der Haustür.

Was war der tollpatschig!

Drei Landeanflüge brauchte er zeitweise, um den Balken zu treffen.

Vielleicht wurde ihm genau seine Tollpatschigkeit zum Verhängnis.

 

Ich mochte diesen Raubvogel.

Er kam zu mir in einer Zeit, wo ich die Attribute suchte, die ich einem Raubvogel zuschrieb.

Ich studierte den Rüttelflug, das Gewölle, seine Anflugzeiten, und schrubbte die Kacke weg.

Vielleicht wurde ihm ein Flugfehler zum Verhängnis.

Warum sollte er sonst einfacht tot vor der Tür gelegen sein.

Die Kacke ist noch da.

Mein Turmfalke fehlt mir.

Morgen schrubbe ich ein letztes Mal für  „meinen“ Turmfalken.

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Fichtenzapfenrüblinge oder der Wald ruft!

Der Wald ruft mich!

Oder ist es meine Sehnsucht nach dem Alleinsein, dem zur-Ruhe-kommen, um Augen und Ohren zu entlasten und meine Gedanken schweifen zu lassen?

Ich folge dieser Sehnsucht so oft als möglich.

Diesmal brachten mich meine Gedanken über den Wahnsinn von KANN-Bestimmungen der Regierung zu der für mich so hoffnungsvollen Jugendbewegung „Fridays for Future.“

Während ich gehe, wandert mein Pilz- und Kräuterauge den frühlingshaften Boden ab und entdeckt die ersten Minis an Pilzen.

Fichtenzapfenrüblinge, die eine perfekte Symbiose mit den am Boden liegenden Zapfen eingegangen sind.

So beginnt die Saison der Frühlingspilze.

Zur Größe der Pilze meinte ein Kind mal: „Ich hab ein „Riesiges“ gefunden“!

Das war dann Daumennagel-groß!

Mit Zwiebel, Speck, frischen Kräutern und Eiern ergibt es ein wahrlich frühlingshaftes Essen. Speck ist dabei eine „KANN-Bestimmung“ und kann bei „Nicht-Belieben“ weggelassen werden.

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Vielleicht hast auch du Sehnsucht nach etwas Großem!

Mit meinen Gedanken bin ich da bei „Fridays for Future“ und Greta Thunberg.

 

 

 

Geburtshilfe wieder in Frauenhand

Gebärende Frauen gehören von Frauen die das Wissen haben betreut.

Gebärende Frauen gehören vor allem auch während der langen Geburtsarbeit kontinuierlich begleitet.

Also nicht nur während der paar Stunden im Kreißzimmer.

Eine Geburt dauert halt mal cirka 12 -24 Stunden.

Es gibt viele Frauen, die sind alleine.

Und dann von den Ambulanzen heimgeschickt werden mit den Worten: „Wenn die Wehen alle 5-7 Minuten kommen, dann kommen sie wieder!“

Wo soll eine Gebärende daheim hin mit ihren Fragen?

Dem Wehen und dem Warten zwischen zu bald und zu spät?

Wie unsäglich und traurig mit soviel Alleinsein und Ängsten Wehenarbeit leisten zu müssen.

Nein, nicht die wehende Frau hätte sich darum kümmern müssen!

Wir als Hebammen, Frauen, Mütter und Großmütter müssen begreifen, dass ein gutes Gebären nur in einem dauerhaften großen weiblichen Zusammenhalt und Zusammensein möglich ist.

Heute trauere ich, ob meiner Einsicht, dass Hebammen viel gute Arbeit leisten, aber in patriarchalen Systemen verhaftet worden sind.

Frauen Vorbilder

Ich habe seit langem Frauen-Vorbilder.

Und das in der Größenordnung von mindestens Drei.

Alle Frauen sind mit einem mehr an Lebensweisheit ausgestattet,

und ich spüre eine starke HINZU-Bewegung zu ihnen.

„So möchte ich auch einmal sein“, ist dann oft mein gedachter Satz.

 

Susi Schiesser, eine Hebammenkollegin, ist eine meiner Frauen-Vorbilder.

Eine Frau mit dem herzhaftesten Lachen, das ich je gehört habe. Busen und ihre Locken hat es dabei nur so geschüttelt. Sie ist eine weise Ratgeberin und ging selten konform, aber dabei immer am Nabel der Zeit.

Susi vermisse ich, da sie schon gestorben ist, aber ihr fast tägliches Posting 11.11 hat sich in mein Hirn gebrannt und erinnert mich oft an ihre Größe.

Angelika Aliti (Schriftstellerin, Autorin), Helga Hofer (Malerin) und Fuchs Eva (Psychotherapeutin) sind auch Frauen-Vorbilder von mir.

Jede von ihnen hat die Gabe der Weisheit, eine menschliche Größe, ein Denken, das bewegt. Sie sind Künstlerinnen auf ihrem Gebiet und stellen Fragen, die auf den Grund treffen.

Hast auch du Frauen-Vorbilder?

Wenn ja, WARUM?  Und was ist das Besondere an diesen Frauen?

Was ist das Besondere an dir, wenn auch dich wer als Frauen-Vorbild auserkoren hat?

 

 

 

Frische TK-Ware!

Klimaneutral, regional, noch am Baum tiefgefroren und einen ökologischer Fußabdruck Größe 36, besser lassen sich Winterpilze als TK-Ware (Tiefkühlware) frisch geerntet nicht beschreiben.

Gibts wieder mal „TK-Ware aus dem Wald!“

Diesen Ausspruch verdanke ich der Restaurantleiterin vom Aqarium Carina Egger, wenn ich Winterpilze an dieses super feine Restaurant liefere.

Samtfussrüblinge, Austernseitlinge, Judasohren!

Alle drei Winterpilze die erst bei anfänglichen Minusgraden, Eis und Schnee so richtig zum Wachsen beginnen.

Durch die Ausstattung mit einer Art Frostschutz bereichern diese drei Heilpilze meine Wintermonate.

Winter und Pilze sammeln sind für Kenner kein Widerspruch!

Also, heute wird wieder mal mit frischer TK-Ware gekocht!

Die Zärtlichkeit in der Gebrechlichkeit

Wenn ich über deinen alternden Rücken streiche,

überfließt mich Zärtlichkeit.

Die Gedanken tragen mir Worte wie: „ein Fest naht“ und „entbunden werden“ zu.

Die gefühlte Endlichkeit erfüllt mich mit einer nie gekannten Zärtlichkeit,

und lässt mich mit dir in Verbundenheit weilen.

So viel Zärtlichkeit in dieser Gebrechlichkeit.

 

 

inspiriert von einer Wandlerin zwischen den Welten, danke Elke!

Kunstwerke

„I think having land and not ruining it is the most beautiful art that anybody could ever want to own“

Nach diesem Zitat von Andy Warhol betrachte ich nun meine Wiese.

Zurzeit läuft die Installation „Maulwurfshügel“

Ich bin Zuseher und Mitinitiator dieser künstlerischen Aktion.

Die Eckdaten dazu: 1200m² Wiese, 4 Endiviensalate, 1 Wühlmaus – 5 Zentimeter lang

Die Kunst beim Zusehen ist die Bewunderung des Könnens, schnurstracks eine gesamte Wiese durchzuwühlen und punktgenau am Zielort Endivie anzukommen.

Mitinitiator in dem Sinne bin ich, indem ich die abgenabelten Endivienblätter einsammle und zu Salat verarbeite.

Der Kunstraum Wiese mit Garten und noch 4 Endiviensalaten geht seiner Bestimmung nach und ist noch bis zum bitteren Ende des Salates geöffnet.

 

„Ich denke, Land zu haben und es nicht zu zerstören, ist das schönste Kunstwerk, das man jemals besitzen kann.“

In diesem Sinne von Andy Warhol werde ich weiterhin meine Wiese für die Kunst offenhalten.

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Schau mich nicht an!

Eine Beobachtung, die Mut macht.

Ein Mann im mittleren Alter bekam von einer Vierjährigen, nach einem Anlächelversuch, genau diese eine Antwort:

 

„Schau mich nicht an“!

 

Die Antwort war laut, klar und unmissverständlich.

Mein Gedanke dazu:

Respekt, von dir lerne ich!

Dazu empfehle ich alle Bücher von Ursula Enders.

Regeln

Beim Pofesen-Mittagessen gibt es keine Regeln.

Einzig und allein die Regelvorgabe ist gültig, und die heißt:

Süß-Sauer!

Also, Suppe (sauer!) – und da ausschließlich Gemüsesuppe – und Pofesen (süß), gefüllt mit Powidlmarmelade, kommen gemeinsam auf den Mittagstisch.

Wer wann was und wieviel isst, obliegt der Eigenverantwortung.

Aus meiner Kindheit kenne ich dieses Essen, und ich war die einzige (so glaube ich), die sich beim Essen selber Regeln auferlegte.

Mittagessen mit Gemüsesuppe und Pofesen verlief immer gleich.

Alles wird gleichzeitig auf den Tisch gestellt, und dazu Suppenteller und Löffel eingedeckt.

Und ab da war die Kreativität gefragt.

Vor allem bei Besuchern, die dieses Essen nicht kannten.

Bei uns gab es einen Mehrgenerationenhaushalt.

Meine Beobachtungen bei diesem Essen waren immer die selben.

Da gab es die einen, denen es gleich war, was in welcher Zusammenstellung auf den Tisch kam. Hauptsache, nicht aus der Gefriertruhe!

Dann gab es jene, wo Salz als Automatismus hergenommen wurde, egal wie süß das Nebenbei war.

Dann gab es jene, die zuerst die Suppe löffelten und im Anschluss die Süße des Pofesen genossen.

Beim Tischoberhaupt gab es als Krönung eine Tasse Kaffee dazu.

Also auch ein Suppe-zuerst-Löffler.

Ich mochte süß-sauer als Kombination und stellte dadurch meine eigenen Regeln auf.

Die besten Ergebnisse erzielte ich mit drei Esslöffeln Gemüsesuppe und einem Bissen vom Pofesen.

Wie es meine Brüder hielten weiß ich leider nicht mehr.

Vielleicht lade ich sie bald zum Pofesen-mit-Gemüsesuppe-Essen ein und werde sie stillheimlich beobachten, um zu erfahren welche Regeln sie damals für sich aufstellten.

 

 

Musik

Wenn Musik mit voller Wucht auf einen aufprallt und dabei den Tränenkanal freilegt.

Musik, wo auf das Atmen vergessen wird.

Musik, wo der Applaus erst nach dem ersten hörbaren Ausatmen eintritt.

Musik, die Emotionen freilegt.

Musik, die Bilder und Sehnüchte erzeugt.

Es gibt nichts überwältigenderes als großartige Kunst.

Ich hatte in meiner Teenagerzeit einen Musikprofessor, der mich im Musik-hören inspirierte.

Er kam in die Klasse und legte eine Schallplatte auf den Plattenspieler.

(Oft war es Klassik)

Dazu gab er uns die Freiheit beim Musik hören, zu lümmeln, zu schlafen etc.

Wie klug von ihm!

Mein Kopf ruhend, verschränkte Arme, fast auf dem Tisch liegend, Desinteresse vortäuschend, konnte ich die Musik unfiltriert und unzensiert auf mich wirken lassen. Dabei liefen oft meine Tränen und Emotionen – und meine Hirndramen ab.

Ein wahrlich großes Erleben.

Heuer hatte ich auch schon ein paar mal das Vergnügen von Musik durchdrungen zu werden.

Wie lohnend, sich von Musik Sphären öffnen und sich neue Welten erschließen zu lassen.

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