Frische TK-Ware!

Klimaneutral, regional, noch am Baum tiefgefroren und einen ökologischer Fußabdruck Größe 36, besser lassen sich Winterpilze als TK-Ware (Tiefkühlware) frisch geerntet nicht beschreiben.

Gibts wieder mal „TK-Ware aus dem Wald!“

Diesen Ausspruch verdanke ich der Restaurantleiterin vom Aqarium Carina Egger, wenn ich Winterpilze an dieses super feine Restaurant liefere.

Samtfussrüblinge, Austernseitlinge, Judasohren!

Alle drei Winterpilze die erst bei anfänglichen Minusgraden, Eis und Schnee so richtig zum Wachsen beginnen.

Durch die Ausstattung mit einer Art Frostschutz bereichern diese drei Heilpilze meine Wintermonate.

Winter und Pilze sammeln sind für Kenner kein Widerspruch!

Also, heute wird wieder mal mit frischer TK-Ware gekocht!

Die Zärtlichkeit in der Gebrechlichkeit

Wenn ich über deinen alternden Rücken streiche,

überfließt mich Zärtlichkeit.

Die Gedanken tragen mir Worte wie: „ein Fest naht“ und „entbunden werden“ zu.

Die gefühlte Endlichkeit erfüllt mich mit einer nie gekannten Zärtlichkeit,

und lässt mich mit dir in Verbundenheit weilen.

So viel Zärtlichkeit in dieser Gebrechlichkeit.

 

 

inspiriert von einer Wandlerin zwischen den Welten, danke Elke!

Kunstwerke

„I think having land and not ruining it is the most beautiful art that anybody could ever want to own“

Nach diesem Zitat von Andy Warhol betrachte ich nun meine Wiese.

Zurzeit läuft die Installation „Maulwurfshügel“

Ich bin Zuseher und Mitinitiator dieser künstlerischen Aktion.

Die Eckdaten dazu: 1200m² Wiese, 4 Endiviensalate, 1 Wühlmaus – 5 Zentimeter lang

Die Kunst beim Zusehen ist die Bewunderung des Könnens, schnurstracks eine gesamte Wiese durchzuwühlen und punktgenau am Zielort Endivie anzukommen.

Mitinitiator in dem Sinne bin ich, indem ich die abgenabelten Endivienblätter einsammle und zu Salat verarbeite.

Der Kunstraum Wiese mit Garten und noch 4 Endiviensalaten geht seiner Bestimmung nach und ist noch bis zum bitteren Ende des Salates geöffnet.

 

„Ich denke, Land zu haben und es nicht zu zerstören, ist das schönste Kunstwerk, das man jemals besitzen kann.“

In diesem Sinne von Andy Warhol werde ich weiterhin meine Wiese für die Kunst offenhalten.

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Schau mich nicht an!

Eine Beobachtung, die Mut macht.

Ein Mann im mittleren Alter bekam von einer Vierjährigen, nach einem Anlächelversuch, genau diese eine Antwort:

 

„Schau mich nicht an“!

 

Die Antwort war laut, klar und unmissverständlich.

Mein Gedanke dazu:

Respekt, von dir lerne ich!

Dazu empfehle ich alle Bücher von Ursula Enders.

Regeln

Beim Pofesen-Mittagessen gibt es keine Regeln.

Einzig und allein die Regelvorgabe ist gültig, und die heißt:

Süß-Sauer!

Also, Suppe (sauer!) – und da ausschließlich Gemüsesuppe – und Pofesen (süß), gefüllt mit Powidlmarmelade, kommen gemeinsam auf den Mittagstisch.

Wer wann was und wieviel isst, obliegt der Eigenverantwortung.

Aus meiner Kindheit kenne ich dieses Essen, und ich war die einzige (so glaube ich), die sich beim Essen selber Regeln auferlegte.

Mittagessen mit Gemüsesuppe und Pofesen verlief immer gleich.

Alles wird gleichzeitig auf den Tisch gestellt, und dazu Suppenteller und Löffel eingedeckt.

Und ab da war die Kreativität gefragt.

Vor allem bei Besuchern, die dieses Essen nicht kannten.

Bei uns gab es einen Mehrgenerationenhaushalt.

Meine Beobachtungen bei diesem Essen waren immer die selben.

Da gab es die einen, denen es gleich war, was in welcher Zusammenstellung auf den Tisch kam. Hauptsache, nicht aus der Gefriertruhe!

Dann gab es jene, wo Salz als Automatismus hergenommen wurde, egal wie süß das Nebenbei war.

Dann gab es jene, die zuerst die Suppe löffelten und im Anschluss die Süße des Pofesen genossen.

Beim Tischoberhaupt gab es als Krönung eine Tasse Kaffee dazu.

Also auch ein Suppe-zuerst-Löffler.

Ich mochte süß-sauer als Kombination und stellte dadurch meine eigenen Regeln auf.

Die besten Ergebnisse erzielte ich mit drei Esslöffeln Gemüsesuppe und einem Bissen vom Pofesen.

Wie es meine Brüder hielten weiß ich leider nicht mehr.

Vielleicht lade ich sie bald zum Pofesen-mit-Gemüsesuppe-Essen ein und werde sie stillheimlich beobachten, um zu erfahren welche Regeln sie damals für sich aufstellten.

 

 

Musik

Wenn Musik mit voller Wucht auf einen aufprallt und dabei den Tränenkanal freilegt.

Musik, wo auf das Atmen vergessen wird.

Musik, wo der Applaus erst nach dem ersten hörbaren Ausatmen eintritt.

Musik, die Emotionen freilegt.

Musik, die Bilder und Sehnüchte erzeugt.

Es gibt nichts überwältigenderes als großartige Kunst.

Ich hatte in meiner Teenagerzeit einen Musikprofessor, der mich im Musik-hören inspirierte.

Er kam in die Klasse und legte eine Schallplatte auf den Plattenspieler.

(Oft war es Klassik)

Dazu gab er uns die Freiheit beim Musik hören, zu lümmeln, zu schlafen etc.

Wie klug von ihm!

Mein Kopf ruhend, verschränkte Arme, fast auf dem Tisch liegend, Desinteresse vortäuschend, konnte ich die Musik unfiltriert und unzensiert auf mich wirken lassen. Dabei liefen oft meine Tränen und Emotionen – und meine Hirndramen ab.

Ein wahrlich großes Erleben.

Heuer hatte ich auch schon ein paar mal das Vergnügen von Musik durchdrungen zu werden.

Wie lohnend, sich von Musik Sphären öffnen und sich neue Welten erschließen zu lassen.

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Apfelkompott

Die Großmütter wussten, wann die Zeit des Apfelkompott anstand.

Es war nicht nur die Apfelernte, die zu Kompott einlud. Da könnte Frau auch einfach halber Äpfel vom Baum essen.

Nein, da gibt es sicher noch die Komponenten der kälteren Nächte, der Schnupfenzeit,  der Umstellung von Sommer auf Herbst.

Ich mag es dann gemütlicher und wärmer.

Vor allem brauche ich wärmere Gewürze, um den Übergang gut zu schaffen.

In meiner Sturm-und-Drang-Zeit fand ich das Apfelkompott zu jeder Mahlzeit, sagen wir:  „einfach übertrieben“.

Als dann meine Kinder noch Kinder waren, gab es plötzlich bei mir, so ab Ende Sommer, täglich Apfelkompott.

Und jetzt! Seit ca. zwei Wochen gibt es schon wieder täglich Apfelkompott!

Beim Essen steht die Schüssel mit Apfelkompott am Tisch. Als Nachtisch einfach hervorragend. Und bis zum Abend ist sie leer.

Und jetzt denke ich auch an meine Großmütter. Und wie wohl sie uns taten mit ihrem Wissen.

Auch wegen dem Apfelkompott!

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Wichtelmütter

In den letzten Tagen erzählten mir einige junge Frauen von ihrer an sich erlebten Gewalt durch sexuellen Missbrauch.

Ich weine tausende Tränen für sie und uns alle Frauen.

Bilden wir Frauenkreise zum Schutz.

Hören und sehen wir genau hin.

Jede einzelne Frau ist wichtig, aber im Kreis von vielen Frauen sind wir gemeinsam stärker, um Gewalt und Missbrauch einen Riegel vorzuschieben.

Ich fotografiere Wichtelmütter mit ihren Töchtern bei Fliegenpilzen.

Warum? Zu meinem Ausgleich!

Und ich werde noch viel mehr Wichtelmütter um jede einzelne Tochter stellen!

Symbolisch und im wahren Leben!

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Wonderful life

Es gibt diese Tage, da weiß ich, ich muss um einen Schwammerlkorb-voll früher in die Arbeit fahren.

Und wenn im Radio beim Anblick der weißen Tupfen in grüner Wiese auch noch das Lied „Wonderful Life“ gespielt wird, heißt das für mich: „wenn’s läuft, dann läuft’s!“

Wiesenchampignons werden leider immer seltener, da sie Kuhbeweidung und Kunstdünger-Freiheit bevorzugen.

Sie schmecken nussig-pilzig.

Und wenn du sie einmal gekostet hast, wirst du Champignons vom Geschäft verweigern.

Ich hab heute Antipasti daraus gemacht, da die Champignons alle Minis waren und noch fest verschlossen.

Das Rezept ist einfach!

In sehr heißem Olivenöl die Champignons kurz anbraten, geschnittenen Knoblauch dazu und mit etwas Balsamico ablöschen.

Salz, Petersilie und Chillischoten darunter mischen.

Ab in den Kühlschrank und am nächsten Tag mit Baguette genießen.

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PS: Vielleicht fragt sich wer, ob Schwammerl zu finden das Leben wundervoll macht?

Ich sag dir, meistere Krisen, nimm Herausforderung an, denke gut und lange nach, und dann fallen dir vielleicht auch so „Unwichtigkeiten“ wie Schwammerl zu.

Der Poesie des Regens lauschen

Eintauchen in einen Wald, um dem ersten Regen nach den langen, heißen Sommertagen zu lauschen.

Die Poesie beginnt mit dem ersten tiefen Einatmen. Als Auftakt sozusagen.

Die Sinne konzentrieren sich zuerst auf das Hören .

Da der Regen fein ist, lausche ich dem Aufschlagen der Regentropfen.

Das dicke Aufprallen am Huflattich.

Das zarte Abgleiten an den Nadeln der Fichten.

Das Stakkato an den dicken, großen Blättern der Pestwurz.

Ich merke, wie ich mich dabei aufrichte, wie die Wassertropfen meine Kleidung durchdringen und mich verdichten.

Es ist, als würden alle Pflanzen aufnahmebereit sein und dabei die Blätter und Nadeln weit machen, um möglichst viel mit dem Nass in Berührung zu kommen.

Langsam geht das Hören des Regens in ein Sehen der Umgebung über.

Zwei Rehkitze, die mich aus der Nähe mit kugelrunden, braunen Augen beäugen, bevor sie wegspringen.

Ein Eichkätzchen, das – erschrocken über mein Erscheinen – die nächstbeste Fichte hinaufflieht.

Glänzend braune Nacktschnecken, die sich ihren Weg bahnen.

Immer mehr bin ich aufnahmebereit, und meine Sinne gleiten in ein Riechen über.

Den Zitrusduft der vereinzelt stehenden Douglasien löst der Aasgeruch der Stinkmorchel ab, und weckt Hoffung auf eine gute Pilzsaison im Herbst.

Ich rieche Zimt, kann aber den Geruch nicht zuordnen.

Auch ich spüre nun langsam den Übergang  der sommerlichen Glut in die Wärme des nahenden Herbstes.

Um der Poesie des Regens noch einen Ausklang zu geben, nasche ich an den herb-süßen Vogelbeeren und verfalle der Süße der Brombeeren.

Diesen ersten, langsamen Regen trage ich in der Nässe meiner Kleidung nach Hause und bin erfüllt.

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