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Da richti Christbam

Da richti Christbam

 

 

Oanmal – dös muaß ih enk vazähln –

kimmt áh a Kund’ as Christbamholn.

Beim Krennbau’rn drent is is dös passiert,

mih hat sein Bäurin informiert:

 

A Vater suacht im Stad’l drinn

den richtign Bam, der na(c)h seinm Sinn

dahoam für d Wohnung pásst genau

und troift an Gschmah vo seiner Frau.

 

Doh jeds Mal, wann er moant, der pásst,

aft sagt sein Büabl, dös kloan Gfrást:

„Du Papa, der da gfallt ma net!“ –

So geht an etligs Mal sein Red,

 

nachdem er zerscht áf d Höh is ghupft

und gschwind beim höchst’n Ást’l zupft,

sih buckt dana(c)h und niederkniat,

an Bam vo unt’n inspiziert.

 

Da Papa wird schon kloanvazagt.

Iatzt hat die Bäurin s Büab’l gfragt,

warum er sih zerscht auffireckt

und nachand ünter d Bam einlegt?

 

„Was hat dös Ghupfert für an Sinn?

Was siahgst denn üntern Baman drinn?“ –

Da Spitzbua mit a fünf, sechs Joahr,

sagt dráf: „Dös is ja doh ganz kloar! –

 

Wár a z houh und mih tát blanga,

kunnt ih d Guats’l net daglanga;

wár a z niader“ – moant da Spatz –

„hättn drunter weit z weng Páck’l Platz!“

 

 

Kons. OSR Rudolf Fuchs, 4784 Schardenberg

 

Der Dialekt ist aus dem Innviertel! Beschrieben wurde unser Ältester!

Jedes Jahr erfreuen uns diese Zeilen, und wir kommen in Wehmut, da die Söhne längst schon größer als unsere Christbäume sind!

 

 

Mit Erdäpfelkas das Beliebtheitsrennen gewinnen

Oder wie das Innviertel in Wien Überzeugungsarbeit leistet.

Seit einer Woche geht mir die Erzählung von Marga (Innviertler Studentin in Wien) nicht  aus dem Kopf.

Erdäpfelkas als Partydroge!

Ein Klassiker der Inn- und Hausruckviertlerischen Jausenküche (vormittags und abends!) feiert in Wiens Studentenbuden ein Revival.

Marga erzählte mir mit leuchtenden Augen, wie sie (und jeder andere auch!) zum Star jeder Party werden kann.

Du stellst einfach um ca. 23 Uhr eine große Schüssel mit frisch gemachtem Erdäpfelkas auf einen Tisch (wenn vorhanden!)

Sofort stehen alle um den Erdäpfelkas und tunken, löffeln und schlecken mit den Fingern die Schüssel leer. Alle bekommen verklärte Gesichter, und schon bist du Star des Abends. Wenn das keine Droge ist!

Mir kam es vor wie früher bei der Gesunden Schuljause. Du konntest noch so „gesund“ kochen, der Renner war trotz  BeMÜHungen  der Erdäpelkas.

Manchmal mach ich ihn zuhause, aber nie schmeckt er so gut wie damals in der Schule, sagen meine Söhne.

Und  all meiner Erklärungsversuche (Gemeinschaft, eigenes Taschengeld, freie Jausenentscheidung, …) zum Trotz endet die Debatte in einem gelangweilten „Du brauchst mit uns nicht sozialpädagogisch reden!“ Mein geheimer Joker „20 Mütter machen 20 verschiedene Erdäpfelkäse“ verstummt ob dieser Aussage ungehallt im Universum.

 Mein ultimatives Rezept:

Erdäpfel noch warm pressen mit Salz, Pfeffer und einer Prise Paprika bestreuen. Dann mit soviel Sauerrahm verrühren bis ein fluffiger Aufstrich entsteht. Ich mag keinen Zwiebel rein, dafür viel Schnittlauch darüber gestreut. Noch lauwarm auf ein Bauernbrot mit Butter. Köstlich!

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Und in Wahrheit wollte ich über gewaltfreie Erziehung schreiben:

Das Kind spüren lassen, dass es als eigenständige Persönlichkeit mit seinen Wünschen und Begabungen und Interessen, Aussehen und Herkunft willkommen ist und geliebt wird.

Dem Kind viel Kontakt zu anderen Menschen, besonders auch zu gleichaltrigen Spielkameraden, ermöglichen.

Dem Kind viel Lob und Annerkennung geben, seine Stärken und Fähigkeiten betonen.

Die Privatsphäre des Kindes achten.

Dem Kind Zeit und Aufmerksamkeit widmen, sich ihm bewusst zuwenden.

Dem Kind die Förderung zukommen lassen, die es für seine Entwicklung braucht.

Dem Kind Grenzen setzen, die erklärt werden und nachvollziehbar sind.

 

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